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Nah am Menschen, trotz Abstand

Nah am Menschen, trotz Abstand
Datum:
Veröffentlicht: 15.1.21
Von:
Petra Kotterba
Soziale Arbeit lebt von dem Kontakt und Austausch mit den Menschen. In dieser Zeit, wo „Social Distancing“, also Distanz wahren, gefordert wird oder ein persönlicher Kontakt einfach nicht mehr möglich ist, wird auch Soziale Arbeit oder konkret die Quartiersarbeit vor Ort auf eine harte Probe gestellt. Alternativen und Kreativität sind hier gefragt.

Der Caritas Quartiersstützpunkt Creidlitz steht wie viele andere soziale Beratungsstellen genau vor diesem Problem. Das Leben im Quartiersstützpunkt war geprägt vom geselligen Beisammensein und dem gemeinsamen Austausch - also „nah beim Menschen“ zu sein. Durch die notwendigen Maßnahmen wird dies auf noch nicht absehbare Zeit nicht mehr möglich sein.

Wie geht ein Projekt – eine soziale Beratungs- und Anlaufstelle wie der Quartiersstützpunkt in Creidlitz - nun damit um?

Die ersten Schritte nach Ausruf des Katastrophenfalls im Frühjahr 2020 waren der Aufbau eines Nachbarschaftshilfnetzwerkes. Das Engagement der Bürgerinnen und Bürger und die Bereitschaft, sich als freiwilliger Helfer für Einkaufsdienste oder Botengänge registrieren zu lassen, waren enorm. So konnte innerhalb kürzester Zeit ein Helferpool geschaffen und viele Helfer erfolgreich vermittelt werden.

Die Quartiersmanagerin versucht telefonisch den Kontakt zu ihren „Stammgästen“ zu halten und fragt regelmäßig mögliche Bedarfe ab. Auch Beratungsanfragen werden telefonisch beantwortet. Der Quartiersstützpunkt ist regelmäßig besetzt und telefonisch erreichbar. So gibt es nach wie vor täglich Beratungsanfragen: Von der Organisation von Schutzmasken bis hin zu Fragen nach Pflege und Versorgung zu Hause nach Krankenhausaufenthalt. „Viele rufen auch einfach nur an, um ein bisschen zu plaudern.“ so Quartiersmanagerin Petra Kotterba. Das Signal ist klar: Der Quartiersstützpunkt ist trotzdem für die Bürger da und erreichbar.

Aber wie geht es nun weiter? Die Arbeit lebte von der Gemeinschaft.

Erste Wege in Richtung digitale Lösungen geht der Quartiersstützpunkt schon seit 2018. Der Hintergrund war damals ein anderer: Menschen, denen die digitale Welt und deren Möglichkeiten bisher verschlossen waren, nahm man an die Hand und zeigte mit Smartphone- und Tablet- Gruppenkursen oder auch Einzelstunden auf, wie ein Smartphone zu nutzen ist und welche Möglichkeiten sich eröffnen, gerade, wenn man aufgrund Alter, Krankheit oder Behinderung nicht so leicht und schnell mal das Haus für Besorgungen oder den sozialen Kontakt verlassen kann. Eine Weitsicht, die sich jetzt für viele damalige Teilnehmer bezahlt gemacht hat.

Schon damals war der Quartiersstützpunkt bemüht, auch die digitalen Vor-Ort-Serviceangebote mit einfließen zu lassen. Allerdings war das Angebot zu dem Zeitpunkt leider noch sehr dürftig und wenige Dienstleister waren auf Serviceangebote für Senioren eingestellt oder boten ihnen eine Plattform.

Jede Krise bedeutet aber auch Chancen – Chancen zur Entwicklung. Und plötzlich findet man alles Online, was man braucht und bekommt das Regionale sogar kostenlos nach Hause geliefert. Ein Segen für Senioren oder Menschen mit Behinderung und ein tolles Angebot in Coburg, welches hoffentlich auch nach der Krise bestehen bleibt und ausgebaut wird.

Auch vom Quartiersstützpunkt wird es digitale Angebote zum Austausch (Stadtteiltreff, Gedächtnistraining, Gesprächskreise) oder Beratung geben. Wer hieran Interesse hat kann sich unter p.kotterba@caritas-coburg.de anmelden!

Für alle, die digital nicht unterwegs sind, gibt es aber natürlich auch ein Angebot: Wer möchte bekommt Unterlagen zum Gedächtnistraining oder sonstigen Aktivierungen in den Briefkasten. Die Quartiersmanagerin verteilt regelmäßig Unterlagen an Interessierte in Creidlitz. Wer als Creidlitzer Bürgerin oder Bürger daran Interesse hat, kann sich gerne in den Verteiler aufnehmen lassen.

Die allgemeine Sprechstunde des Caritas Quartiersstützpunkte in Creidlitz, Unterm Buchberg 3, bei sonstigen Fragen und Beratungsbedarf z.B. zum Thema Pflege oder anderer persönlicher Problemlagen ist telefonisch unter 09561-5969940 oder 015678312441 oder per Email p.kotterba@caritas-coburg.de erreichbar. Für ein persönliches Gespräch können Sie unter o.g. Kontaktdaten einen Termin vereinbaren.

Quartiersarbeit bedeutet immer auch ein Stück weit kreativ zu sein, damit man weiterhin „Nah beim Menschen“ und dessen Bedarfe sein kann. Die Quartiersmanagerin freut sich über weitere Anregungen. „Ich bin offen für Ideen der Bürgerinnen und Bürger, wie wir die Arbeit unter den gegeben Umständen neu denken und gestalten können! Trauen Sie sich und seien Sie kreativ!“. Wer sich angesprochen fühlt oder Ideen hat, kann diese gerne per Mail an die Quartiersmanagerin schicken oder telefonisch Kontakt aufnehmen. Denn auch Quartiersarbeit geht nur gemeinsam!