Zum Inhalt springen

Gesundheitsförderung braucht Gemeinschaft: Sozialraumarbeit und die Bedeutung von Zugehörigkeit

Podiumsdiskussion Hochschule  Coburg am 09.10.2026
Wie entstehen Gesundheit, Teilhabe und gesellschaftlicher Zusammenhalt? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Festakt am Freitag, den 9. Oktober 2026, an der Hochschule Coburg. Unser Vorstand Norbert Hartz und Dr. Maria Kuhn brachten dabei ihre Erfahrungen aus der Sozialraumarbeit in die fachliche Diskussion ein.
Datum:
Veröffentlicht: 9.10.26
Von:
Maria Kuhn
Podiumsdiskussion an der Hochschule Coburg am 09.10.2026

Zwei Jubiläen gaben Anlass zum Feiern: Vor 40 Jahren wurde die Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung verabschiedet, vor 20 Jahren der Studiengang Gesundheitsförderung an der Hochschule Coburg gegründet. Im Festvortrag beleuchtete Dr. Krech, Direktor a. D. des Fachbereichs „One Health and Migration“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Bedeutung von Sinn und Zugehörigkeit für die Gesundheit. Denn Gesundheitsförderung geht weit über die Vermeidung von Krankheiten hinaus. Sie schafft Bedingungen, unter denen Menschen sich als Teil der Gemeinschaft erleben, ihr Leben aktiv gestalten und soziale Unterstützung erfahren können.

Sozialraumarbeit weiterdenken und Menschen erreichen

Podiumsdiskussion an der Hochschule Coburg am 09.10.2026

In den anschließenden Diskussionsrunden unter der Leitung von Frau Professorin Zimmermann stand unsere Region Coburg im Mittelpunkt, insbesondere die Bedeutung der Sozialraumarbeit für das Zusammenleben in den Stadtteilen. Unsere Bereichsleitung, Frau Dr. Kuhn, machte in ihrem Statement deutlich, dass sozialräumliche Angebote einen wichtigen Beitrag zu Begegnung, Teilhabe und Gesundheitsförderung leisten. Zugleich betonte sie, dass es darum gehen muss, auch diejenigen Menschen zu erreichen, die von bestehenden Angeboten bislang kaum profitieren.

Denn nicht alle Menschen finden selbstverständlich Zugang zu Begegnungsangeboten oder neuen Gruppen. Soziale Isolation, psychische oder körperliche Einschränkungen und weitere Barrieren können dazu führen, dass Menschen ihr häusliches Umfeld nur selten verlassen und bestehende Angebote nicht nutzen. Gerade sie dürfen bei der Gestaltung lebendiger Stadtteile nicht aus dem Blick geraten. Dafür braucht es Menschen, die in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft aufmerksam sind, Kontakte ermöglichen und Brücken in die Gemeinschaft bauen.

Auch Einsamkeit betrifft Menschen aller Altersgruppen. Umso wichtiger sind generationenübergreifende Angebote, die Begegnung ermöglichen und soziale Beziehungen stärken. Gesundheitsförderung und Sozialraumarbeit können hier gemeinsam ansetzen: indem sie Teilhabe erleichtern, Zugehörigkeit fördern und Menschen in ihrem Lebensumfeld erreichen.

Der Festakt bot Gelegenheit, die Arbeit unserer Organisation in der Stadt Coburg sichtbar zu machen und Perspektiven mit weiteren Akteurinnen und Akteuren auszutauschen. Der Dialog zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachbereiche, Einrichtungen und Initiativen ist, um auf gesellschaftliche Herausforderungen gemeinsam zu reagieren.

Unser Anliegen ist es, Stadtteile mitzugestalten, in denen Menschen gesehen werden, Begegnung möglich ist und niemand aufgrund persönlicher oder sozialer Barrieren ausgeschlossen bleibt. Dafür braucht es niedrigschwellige Angebote ebenso wie aufmerksame Menschen im direkten Lebensumfeld und eine starke Vernetzung vor Ort.

Ein Beitrag von  Dr. Maria Kuhn, Bereichsleitung der Sozial- und Erziehungsdienste