Ein Zuhause ist mehr als vier Wände

Anfang September wurde der aktuelle Mietenreport 2026 vom Deutschen Mieterbund veröffentlicht. Die Zahlen zeigen deutlich, vor welchen Herausforderungen viele Mieterinnen und Mieter inzwischen stehen. 58 % der befragten Mieterinnen und Mieter geben an, dass ihre Wohnkosten im vergangenen Jahr gestiegen sind. Jede und jeder zweite Befragte befürchtet außerdem bei Verlust der aktuellen Wohnung, keine bezahlbare Ersatzwohnung mehr zu finden. 29 % sorgen sich, ihre Miete künftig nicht mehr bezahlen zu können. Unser Direktor des Caritasverbandes für die Erzdiözese Bamberg e. V. findet klare Worte: „Wohnen ist keine beliebige Konsumausgabe, sondern eine Grundvoraussetzung für soziale Teilhabe und ein menschenwürdiges Leben“. Eine eigene Wohnung bedeutet mehr als ein Dach über dem Kopf. Sie schafft Stabilität, Privatsphäre, Schutz und die Möglichkeit, wieder selbstbestimmt zu leben. Die Unterstützung bei der Wohnraumvermittlung ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Wohnungslosenhilfe.
Was für viele Menschen schon jetzt eine große Herausforderung darstellt, ist für Menschen, die ihre Wohnung bereits verloren haben und in einer Notunterkunft leben, eine besonders große Hürde. Eine geeignete und bezahlbare Wohnung zu finden, ist für viele der entscheidende Schritt zurück zu Stabilität und in ein selbstständiges Leben. Der Weg dorthin ist jedoch oft nicht leicht. Bezahlbarer Wohnraum ist knapp und häufig stoßen wohnungslose Menschen auf Ablehnung; insbesondere dann, wenn sie noch Grundsicherung beziehen. Viele Vermietende bevorzugen als Mieter Studierende oder Personen mit einem festen Anstellungsverhältnis mit geordneten Lebensverhältnissen.
Wir als Caritasverband sehen die Not und knüpfen mit unserer Arbeit an dieser Stelle an. Seit Juli 2026 unterstützt eine Sozialarbeiterin des Caritasverbandes die Bewohnerinnen und Bewohner der städtischen Obdachlosenherberge gezielt bei der Wohnungssuche und beim Übergang in eigenen Wohnraum (Wohnungslosenberatung). Darunter fällt außerdem bei Bedarf der Kontakt mit Wohnungsgebern, Behörden und Ämtern, die Klärung von Leistungsansprüchen und die Vermittlung an weiterführende Hilfen. Das Ziel ist es, Menschen, die derzeit in der Herberge leben, wieder ein eigenständiges Wohnen zu ermöglichen.
Besonders die Wohnungssuche gestaltet sich oft als schwierig aufgrund der Vorbehalte gegenüber Menschen, die bereits wohnungslos waren oder mit Mietschulden bzw. negativen SCHUFA-Einträgen zu kämpfen haben. Die Beratungsstelle kann eine Brücke zwischen Mietinteressenten und Wohnungsgebern bilden, die offen für Vermietungen sind. Die Beratungsstelle steht als Ansprechpartnerin auch nach Abschluss des Mietvertrags in der ersten Zeit zur Verfügung und unterstützt bei Bedarf bei der Kommunikation oder der gemeinsamen Problemlösung.
Wenn Sie über eine freie Wohnung in Stadt und Landkreis Coburg verfügen, freuen wir uns über Ihre Mitteilung!
Gesucht werden kleinere Wohnungen, ca. 1–2 Zimmer, für Menschen mit geringem Einkommen, kleiner Rente bzw. Leistungsbezug. Besonders gefragt sind Wohnungen, deren Bruttokaltmiete innerhalb der geltenden Grenzen für die Übernahme durch Jobcenter bzw. Sozialhilfeträger liegt. Wir freuen uns über Ihre Angebote unter wohnungslosenberatung@caritas-coburg.de
Ein Beitrag von Anne Naundorf-Kriegel, Wohnungslosenberatung